Rund 3.000 Notrufe in einer Nacht im Raum Nürnberg zeigen, wie schnell aus Hitze eine Sturzflut wird. So bereiten sich Haushalte jetzt vor.

Am Abend des 14. Juli entlud sich die Hitze der Vorwoche über Mittelfranken in einer gewaltigen Gewitterzelle: Bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg gingen innerhalb von fünf Stunden rund 3.000 Notrufe ein – nach Angaben der Feuerwehr eine nie dagewesene Zahl.

Etwa 1.000 Einsätze arbeiteten die Wehren im Raum Nürnberg, Fürth und Erlangen ab: vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, umgestürzte Bäume. Örtlich fielen mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit.

Für Nachbarregionen galt an diesem Abend ebenfalls zeitweise Unwetterwarnstufe 3 – sie kamen diesmal glimpflich davon. Doch schon in den Tagen danach gab der Deutsche Wetterdienst neue Gewitterwarnungen heraus. Die Lehre daraus gilt überall: Die nächste Gewitterlage kommt – vorbereitet zu sein kostet wenig, ein gefluteter Keller dagegen schnell fünfstellige Summen.

WARUM NACH HITZE DIE STURZFLUT DROHT

Wärmere Luft kann pro Grad rund sieben Prozent mehr Wasserdampf aufnehmen. Trifft ein Sommergewitter dann auf ausgetrocknete, verkrustete Böden, versickert der Regen kaum und fließt oberflächlich ab – in Senken, Unterführungen und Keller. Starkregen ist dabei kein Fluss-Phänomen: Er kann laut Auswertungen von Versicherern und Wetterdienst praktisch jedes Grundstück treffen, auch weit weg vom nächsten Gewässer.

SIEBEN MASSNAHMEN VOR DEM NÄCHSTEN GEWITTER

1. Abläufe freiräumen: Dachrinnen, Fallrohre, Hofeinläufe und Lichtschächte auf Laub und Verschmutzung prüfen – verstopfte Abläufe sind Kellerfluter Nummer eins.

2. Rückstauklappe prüfen: Funktioniert die Rückstausicherung im Keller? Wartung dokumentieren – viele Versicherer verlangen den Nachweis.

3. Wertvolles hochräumen: Dokumente, Elektronik und Erinnerungsstücke gehören nicht auf den Kellerboden; unterste Regalebene frei lassen.

4. Elektrogeräte erhöht aufstellen: Waschmaschine, Trockner und Gefriertruhe möglichst auf Sockel oder Podest.

5. Öffnungen sichern: Kellerfenster und Lichtschächte abdichten oder mit Aufkantungen versehen; mobile Barrieren bereitlegen.

6. Versicherungsschutz prüfen: Überschwemmungs- und Rückstauschäden übernehmen Wohngebäude- und Hausratversicherung nur mit Elementarschaden-Baustein.

7. Notfallplan bereithalten: Wichtige Nummern (Versicherung, Hausverwaltung, Fachbetrieb) notieren und den Ist-Zustand des Kellers vorab mit Fotos dokumentieren.

WENN DER KELLER DOCH VOLLLÄUFT

Sicherheit geht vor: Den Keller erst betreten, wenn der Strom für die betroffenen Räume abgeschaltet ist. Danach gilt: Wasserstand mit Fotos und Videos dokumentieren, die Versicherung unverzüglich informieren – und das Wasser zügig entfernen. Entscheidend ist das Zeitfenster danach: Bei sommerlichen Temperaturen beginnt Schimmel auf durchfeuchteten Materialien oft schon nach 48 bis 72 Stunden zu wachsen. Wände, Estrich und Dämmschicht speichern Feuchtigkeit über Wochen – Lüften allein ersetzt keine technische Trocknung. Ausführliche Checklisten und Hintergründe:

https://trock24.de/ratgeber/starkregen-nach-hitze-bayern

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