Weniger Konsum ist gut für die Welt, aber leider nicht gut für die Gesellschafter multinationaler Konzerne. Die wollen Gewinne sehen, irrational steigende Gewinne. Deshalb fordert uns die Werbung immer penetranter auf, uns glücklich zu shoppen. Machen wir mit, fühlen wir uns jung, urban, mainstreamig – irgendwie gut für den Moment. Aber der Ex- und Hop-Klamotten-Konsum geht zulasten der Arbeiterinnen und Arbeiter in Asien und verbraucht enorme Ressourcen an Rohstoffen und Energie. Und die knapp eine Million Altkleider, die nämlich vorwiegend nicht recycelt sondern nach Afrika (und Osteuropa) verkauft werden, schaden auch mehr als sie nützen. Vermutlich würden sich weniger Menschen aus Afrika auf den Weg nach Europa machen, wenn wir aus der Fast Fashion, so wie sie jetzt ist, aussteigen würden.

Die Medien stellen die Situation so dar: Altkleider-Exporte (aus Westeuropa) nach Sub-Sahara-Afrika zerstören nicht mehr – wie noch vor einigen Jahren – die dortige Textilindustrie. Warum? Es gibt keine mehr. Stattdessen würden die Menschen heute vom lukrativen Handel mit Altkleidern profitieren – und die afrikanischen Hersteller könnten, gäbe es sie noch, ohnehin nicht gegen die Konkurrenz aus Asien bestehen.

Die Sache ist komplexer, als dieser kausale Zusammenhang vermuten lässt. Unsere Erfahrungen sind: In Ghana hat in diesem Jahr die letzte Spinnerei/ Weberei aufgegeben. Uns erreichen regelmäßig Anfragen nach Stoffen, die in Afrika gefertigt wurden, und noch gibt es Fabriken in Tanzania, Madagaskar, Äthiopien, Südafrika, Kenia und Uganda. Aber alle klagen über die Altkleider-Konkurrenz aus Europa. Und dass – by the way – ein Unternehmen, das Afrika-Damast in Deutschland herstellt, dafür von der EU Subventionen bekommt, zeigt, wie wenig vorausschauend und ungerecht EU-Politik oft ist. Wie soll ein afrikanischer Hersteller damit konkurrieren können?

Zusammenfassend muss man leider sagen, dass die Menschen in den reichen westlichen Ländern konsumieren und ihre Märkte schützen, als gäbe es weder ein Morgen noch andere Länder, die ein Anrecht auf Entwicklung haben. Altkleider sind letztlich die Kehrseite von Fast Fashion und moderner Imperialismus. Im Umkehrschluss heißt das: kein Fast Fashion, keine Altkleider, stattdessen die Chance für die Menschen in jedem Entwicklungsland, in ihrem eigenen Stil und nach eigenem Geschmack selbst zu produzieren – anstatt abgelegte Kleider aus aller Welt tragen zu müssen. Statt billiger Massenmode sollten wir weniger konsumieren – qualitativ hochwertig, langlebig, ökologisch und fair.

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